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Zoll & Bonded · Tier 2

Standardabfertigung ist der Default. Bonded ist der Cashflow-Hebel, den Ihnen niemand zeigt.

Jeder Importeur zahlt Zoll + Mehrwertsteuer + Brokerage am Tag der EU-Einfuhr. Wenige wissen, dass ein Zolllager diesen Liquiditätsabfluss um Monate aufschieben kann — oder, wenn die Ware wieder ausgeführt wird, Zoll und Mehrwertsteuer komplett umgehen. Wir rechnen beide Varianten nebeneinander durch, mit TARIC-Zollsätzen auf Kapitelebene, allen 27 nationalen EU-Mehrwertsteuersätzen, Brokerage-Gebühren und der Bonded-Rechnung (Lagerung + Bürgschaft + Kapitalkostenvorteil).

Wie Bonded wirklich funktioniert

Ware unter zollamtlicher Überwachung gelagert. Verbindlichkeit ausgesetzt.

01
Ware kommt unter T1-Versandverfahren in die EU
Bei Ankunft werden weder Zoll noch Mehrwertsteuer fällig. Die Ware bewegt sich unter zollamtlicher Überwachung in ein AEO-zugelassenes Zolllager — ein öffentliches Zolllager oder eine Partnereinrichtung, die wir in Hamburg, Rotterdam oder Danzig betreiben.
02
Eine Sicherheitsleistung wird hinterlegt
Eine finanzielle Garantie deckt die ausgesetzte Zoll- und Mehrwertsteuerverbindlichkeit ab. Übliche Gebühr ~1,2 % des Zollwerts. Die Garantie kann über eine Partnerbank laufen (wir vermitteln) oder über Ihre eigene Linie.
03
Unbegrenzte Lagerdauer möglich
Das EU-Zolllagerverfahren kennt keine gesetzliche Lagerfrist. Ware kann umgepackt, neu etikettiert (in engen Grenzen) und konsolidiert werden. Sie darf während des Bonded-Verfahrens nicht modifiziert, verkauft oder genutzt werden.
04
Zwei Ausgangswege
Überführung in den zollrechtlich freien Verkehr: Zoll + Mehrwertsteuer werden bei Auslagerung zum dann geltenden Satz fällig. Wiederausfuhr: die Ware verlässt das EU-Zollgebiet; Zoll und Mehrwertsteuer werden nie fällig. Bonded ist der einzige legale Weg, beide zu umgehen.
Wann Bonded die richtige Wahl ist

Drei Szenarien, in denen Bonded die Standardabfertigung schlägt.

Wiederausfuhr wahrscheinlich

Samples, Retouren, Transit-Konsolidierung

Wenn überhaupt die Möglichkeit besteht, dass die Ware die EU wieder verlässt — Lieferantenrücksendungen, Sample-Distribution an Käufer außerhalb der EU oder ein Asien-Afrika-Transit-Hub — umgeht eine Wiederausfuhr im Bonded-Verfahren Zoll und Mehrwertsteuer komplett. Die Ersparnis übersteigt die Bonded-Gebühren in der Regel um eine Größenordnung.

  • Zoll komplett vermieden
  • Mehrwertsteuer komplett vermieden
  • Bonded-Gebühr €5–15 pro m³/Monat
  • 1,2 % Bürgschaft auf den Zollwert
Langsam drehender Bestand

Saisonware, Dead-Stock-SKUs

Wenn Ware über 90+ Tage verkauft wird, kumuliert sich der Cashflow-Vorteil aus dem Aufschub von Zoll + Mehrwertsteuer. Bei 6 % Kapitalkosten und €100k Zollwert setzen 6 Monate Aufschub €1.800 an Working Capital frei. Bei größeren Sendungen kann das die Bonded-Gebühren übersteigen.

Standard gewinnt

Schneller Abverkauf (verkauft < 30 Tage)

Ware, die innerhalb eines Monats aus den Büchern verschwindet, profitiert selten von Bonded — Lager- und Bürgschaftskosten übersteigen den Cashflow-Vorteil. Die meisten Retail- und DTC-Importeure nutzen Bonded nur für Long-Tail-SKUs und führen den Rest standardmäßig ein.

Warum das schwer zu treffen ist

Zollsätze hängen vom HS-Code, vom Ursprung und von Präferenzen ab, die niemand validiert.

HS-Klassifizierung
Den Zollsatz bestimmt der 8–10-stellige TARIC-Code. Falsche Klassifizierung kann 0 % statt 12 % bedeuten — oder Antidumping zu 50 %+. Die meisten Spediteure übernehmen den Code des Importeurs ohne Prüfung. Wir benchmarken hier auf Kapitelebene; produktiv nutzen wir die volle TARIC-Hierarchie und vZTA-Auskünfte (BTI).
Antidumping und Schutzmaßnahmen
Stahl mit CN-Ursprung (Kapitel 72/73), Aluminium (76) und bestimmte Kunststoffe (39) sind mit Antidumpingzöllen von 10–60 % zusätzlich zum MFN belegt. Spediteure weisen darauf selten hin, bis die Anmeldung läuft. Wir bringen das Overlay schon beim Angebot an, damit es keine Überraschungen gibt.
Präferenzursprung
EU-Vietnam-FTA, EBA für Bangladesch / Kambodscha, GSP+ für Pakistan, Zollunion mit der Türkei — jede bringt 50–100 % Zollreduktion bei gültigem Ursprungsnachweis (REX, Form A, A.TR oder Erklärung auf der Rechnung). Die meisten KMU machen das nicht geltend, weil der Papierkram abschreckend wirkt.
Mehrwertsteuer erstattbar, aber Cashflow-relevant
Umsatzsteuerpflichtige Importeure können die EU-Einfuhrumsatzsteuer in der nächsten Meldung zurückholen. Die Lücke zwischen Zahlung und Erstattung ist aber realer Cash-out — typisch 30–90 Tage. Bonded schiebt diese Lücke auf; in einigen EU-Staaten tut das auch das Verfahren der nachträglichen MwSt.-Verrechnung (PVA).
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